So integrieren Arbeitgebende Mütter und Väter optimal in ihr Unternehmen

Die Balance zwischen Kind und Karriere zu finden, stellt viele Eltern vor eine Herausforderung. Berufstätige Elternteile leiden unter überholten Vorurteilen und Stereotypen. Sie seien unflexibel oder könnten den beruflichen Anforderungen nicht gerecht werden. Jedoch ist genau das Gegenteil der Fall!

Mütter und Väter sind multitaskingfähig, geduldig, stark belastbar und effizient. Sie wissen mit Zeitmanagement umzugehen und können klare Prioritäten setzen. Alles Eigenschaften, die es möglich machen, Meetings und Elternabende zu vereinbaren.

72% der berufstätigen Mütter geben an, als Elternteil nützliche Kompetenzen für die Arbeit erworben zu haben. Dennoch ist nur ein Sechstel der Führungspositionen, in kleineren und mittleren Unternehmen, von Müttern besetzt. Firmen, die die Stärken und Fähigkeit von Eltern richtig einzusetzen wissen, erleben eine Bereicherung für sich und das berufliche Umfeld.

Doch wie erfolgt diese optimale Integration der Eltern in das Unternehmen und warum ist diese Entscheidung für Arbeitgeber*innen so lohnenswert?

Sind Mütter die idealen Führungskräfte? 

Clevere Unternehmen nutzen „Spillover“-Effekt bei berufstätigen Eltern

Als Geschäftsführer*in gilt es den „Spillover“ der Eltern zu nutzen. Damit sind die Fertigkeiten gemeint, die während der Elternschaft automatisch erworben werden und wiederum auf das Arbeitsleben übertragbar sind. Flexibilität, Toleranz, Geduld, klare Strukturen vorgeben und diese durchsetzen – es sind vor allem wertvolle Soft und Management Skills, die Eltern ausmachen. Im Gegensatz zu kinderlosen Arbeitnehmer*innen, müssen sich Mütter und Väter täglich mit den Trotzanfällen ihrer Kinder auseinandersetzen, sich deren ständiger Entwicklung anpassen und kleine Fauxpas einfach weglächeln. Dies resultiert in gestärkten sozialen Kompetenzen und Einfühlungsvermögen, welches auch auf Gespräche mit Mitarbeiter*innen übertragen wird.

Dadurch entsteht ein konstruktives Arbeitsklima, indem sich Kolleg*innen wertgeschätzt und unterstützt fühlen. Außerdem sind Eltern krisenresistent und verfügen über ein ausgeprägtes Stressmanagement. Im Berufsleben bringt sie nichts so schnell aus der Ruhe und Probleme können ruhig und besonnen angegangen werden.

Optimale Voraussetzungen für eine leitende Rolle im Unternehmen? Tatsächlich gehen familienbezogene Kompetenzen mit denen einer Führungskraft Hand in Hand. In der Familie trainiert man die Leitung von Teams und Projekten, einen pragmatischen Führungsstil und zielorientierte Herangehensweisen. Eltern beweisen eine große Fehlertoleranz und Blick für Begabungen und Fähigkeiten anderer.

Hinzu kommt eine Reihe an Management-Skills, die in das Unternehmen implementiert werden können. Organisation ist der Schlüssel zum Erfolg und für Eltern eine Selbstverständlichkeit. Flexibel mit unerwarteten Situationen umzugehen, sind berufstätige Eltern von Zuhause gewohnt und auch Multitasking gehört zu ihrem täglich Brot. Der Tagesablauf muss komplett durchgeplant sein, um die Nachmittagsveranstaltungen der Kinder nicht zu verpassen und trotzdem alle Termine abzuhaken. Mütter und Väter sind Expert*innen darin, den Überblick über Prozesse und deren Zeitmanagement zu behalten, auch wenn diese mit Problemen und Stresssituationen einhergehen.

 

Als Personalverantwortliche*r kreative Lösungsvorschläge zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorschlagen und Eltern ebenfalls dazu motivieren

Nicht zuletzt, erweisen sich Berufstätige mit Kindern als besonders angespornte Mitarbeiter*innen. Die meisten Mütter wollen arbeiten, sind hochmotiviert und schrecken nicht vor den Herausforderungen des Alltags zurück. Gleichzeitig sind sie auch bereit, dem Unternehmen bei der Integration entgegen zu kommen, indem sie selbst Ansätze zur Vereinbarkeit vorschlagen und sich kompromissbereit zeigen. Wer schon einmal versucht hat, ein Kind davon zu überzeugen das Gemüse aufzuessen oder sein Zimmer aufzuräumen, der weiß wie kreativ, innovativ und überzeugend man als Elternteil sein muss. Davon profitieren selbstverständlich auch Arbeitgeber*innen, denn Eltern sind Meister der Verhandlungskunst und können auch bei Geschäftspartner*innen besonnen gute Deals aushandeln.

Für eine optimale Integration der Mütter und Väter in Unternehmen, ist ein unterstützender Arbeitgebender entscheidend. Damit die beruflichen Chancen uneingeschränkt genutzt werden können, bedarf es einer familienbewussten Personalpolitik, die flexible Arbeitsmodelle zulässt und fördert. Es ist ein Irrglaube, dass effektives Arbeiten nur in Vollzeit im Büro und mit Überstunden möglich ist. Die Anstellung in Teilzeit, die viele Eltern betrifft, führt gewöhnlich zu eigenverantwortlicherem und ergebnisorientiertem Arbeiten. Durch die begrenzte Anzahl an Stunden, müssen nämlich automatisch Ziele und Prioritäten gesetzt werden, um eine Koexistenz von Job und Familienleben zu ermöglichen. Teilzeit-Arbeitskräfte, die dadurch mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen können, sind nicht nur glücklicherer Mitarbeiter*innen, sondern zeigen auch insgesamt eine höhere Loyalität ihrem Unternehmen gegenüber.

Mitarbeiter*innen mit Kindern sind eine Bereicherung für Unternehmen, brauchen aber familienfreundliche Arbeitsbedingungen

Sind Eltern durch ihr breit gefächertes Repertoire an beruflichen und sozialen Kompetenzen somit die idealen Mitarbeiter*innen? Fest steht, sie hinken ihren kinderlosen Kolleg*innen in keinster Weise hinterher. Natürlich unterscheiden sich die Bedingungen in Familie und Arbeit, denn Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen sind nunmal nicht die eigenen Kinder. Dennoch finden sich viele Aspekte in beiden Bereichen wieder.

Dabei müssen berufstätige Eltern keine Superheld*innen sein, um den stressigen Vereinbarkeitsalltag zu meistern. Sie haben dieselben Stärken und Schwächen wie jeder andere Mensch und zudem sind sie genauso gut qualifiziert. Allerdings wachsen Mütter und Väter merklich an den Erfahrungen, die das Elternsein mit sich bringt, und sind es deshalb absolut wert, sie optimal in Unternehmen zu integrieren.

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