Digitale Arbeitsplätze! Wie Mütter in Vorstädten und ländlichen Regionen gut bezahlte Jobs finden

Frische Luft, mehr Platz und ein eigener Garten sind für Familien nur einige von vielen Gründen, mit den Kindern von der Stadt aufs Land zu ziehen. Fast 70% der Deutschen wohnen in Orten mit weniger als 100.000 Einwohnern. Explodierende Miet- und Immobilienpreise steigern diesen Trend noch und machen die Metropolenflucht für viele Familien zum einzig bezahlbaren Lebensmodell. Gerade für Mütter, die häufig geringfügig, in Teilzeit oder flexibel arbeiten möchten, war es in der Vergangenheit jedoch außerhalb der Großstädte schwierig, passende und vor allem gut bezahlte Jobs zu finden, die ihren Qualifikationen entsprachen.

 

Hochwertige Home-Office-Jobs für qualifizierte Mütter dank Digitalisierung

Das zeigt auch eine Studie der SOEP, nach der der Anteil berufstätiger Mütter sinkt, je kleiner der Ort ist, in dem sie leben. Während in Großstädten (mehr als 100.000 Einwohner) 37% der Mütter Vollzeit arbeiten, nimmt dies in Städten (20.000 bis 100.000 Einwohner), Kleinstädten (5.000 bis 20.000 Einwohner) und Dörfern (weniger als 5.000 Einwohner) rapide ab.

Bisher war die Arbeit jahrhundertelang da, wo auch die Firmen sitzen: in den Ballungszentren. Die Digitalisierung schafft einen Gegentrend und neue Möglichkeiten für familienfreundliches Arbeiten außerhalb der Metropolen. Remote Work, also ortsunabhängige Jobs, ist nicht nur eine Perspektive für Weltenbummler, die gleichzeitig reisen und arbeiten möchten. Auch für Mütter sind hochwertige Home-Office-Jobs eine Chance, das Leben auf dem Land mit der Arbeit aus der Stadt zu verbinden, ohne lange Fahrten auf sich nehmen zu müssen. Gerade bei Teilzeitbeschäftigten stehen die Fahrtzeiten oft nicht mehr im Verhältnis zur täglichen Arbeitszeit. Funktionierende Vereinbarkeit ist eben nicht nur eine Frage der Organisation, sondern auch stark abhängig vom Arbeitsort, dem Arbeitsmodell und, natürlich, dem Arbeitgeber.

Maria ist gelernte Industriekauffrau und Mama von drei kleinen Jungs (6, 5 und 1). Als workingmami ist sie auch auf Instagram unterwegs und tauscht sich täglich mit mehr als 28.000 Followern über die Themen „Mamasein und Arbeiten“ aus. „Gerade in ländlichen Regionen ist es sehr schwer einen Job zu finden, der mit dem Familienleben vereinbar ist.“, sagt sie.

 

Digitale Arbeitsplätze ermöglichen Eltern bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und helfen Unternehmen im Kampf gegen den Fachkräftemangel

„Ich habe mich immer abgehetzt und gestresst gefühlt. Um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, bin ich um 5 Uhr morgens aufgestanden, saß dann ein paar Stunden im Büro und musste anschließend gleich weiter, um die Kinder zu holen. Dazu noch der Haushalt und die Nachmittagsbetreuung der Jungs. Da steht man immer unter Strom. Vor allem, wenn die Kleinsten abends auch noch eine lange Einschlafbegleitung brauchen.“, gibt Dreifachmama Maria zu. Von Arbeitgebern wünscht sie sich vor allem mehr zeitliche und räumliche Flexibilität, Anerkennung und eine faire Vergütung. Erst dann seien Mütter auf dem Land wirklich persönlich und finanziell unabhängig und könnten trotzdem für ihre Kinder da zu sein.

Der Wunsch nach besserer Vereinbarkeit von Leben und Arbeit in bezahlbaren Regionen kann sich für Eltern also mit Home-Office und Remote Work erfüllen. Gerade die Coronakrise hat Unternehmen Jahrzehnte in die Zukunft katapultiert. Viele Unternehmen, darunter auch große Tech-Konzerne aus den USA, planen nun den Ausbau bürounabhängiger Stellen, weil sie durch den Lockdown gemerkt haben, wie gut und effizient das Arbeiten von Zuhause funktioniert. Die Hälfte der Mitarbeitenden bei Facebook wird innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre auf ortsunabhängiges Arbeiten umstellen, so eine Schätzung. Auch Twitter und Google sehen das Home-Office als Dauerlösung. Bei den vom Arbeitskräftemangel gebeutelten Firmen scheint nun durch die Krise angekommen zu sein, dass New-Work-Modelle und digitale Arbeitsplätze eine Lösung im ständigen Kampf um die besten Beschäftigten darstellen. Theoretisch könnten 40% aller Jobs in Deutschland digital ausgeübt werden. Für berufstätige Mütter und Väter der perfekte Zeitpunkt, neue Arbeitsbedingungen einzufordern – sei es im bestehenden Job oder bei der Arbeitsplatzsuche.

 

Der Wandel der Arbeitswelt: New Work schafft Chancen und bessere Vergütungsmöglichkeiten für gut ausgebildete Mütter

Der Wandel zu einer Wissensgesellschaft, in der Knowhow und intellektuelle Fähigkeiten genauso viel zählen wie Rohstoffe und Produktion, wird auch auf dem Arbeitsmarkt deutlich. Es entstehen immer mehr Jobs, die keine physische Präsenz erfordern, sondern von unterwegs oder im Home-Office ausgeübt werden können. Auch für das Leben auf dem Land bedeutet räumliche und zeitliche Flexibilität Vorteile für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Der Schritt raus aus der Großstadt wird nicht mehr dadurch verhindert, dass Massen an Beschäftigten täglich in die Stadt pendeln müssen, um ihrer Arbeit nachzugehen und den Lebensunterhalt zu sichern. So sparen Arbeitnehmende Zeit, Geld und Nerven, die sie wiederum in eine Aufstockung der Arbeitszeit oder eine bessere Work-Life-Balance investieren können. Für Mütter wird es so möglich, eine erweiterte Teilzeit (z.B. 30 anstatt 20 Stunden) oder flexible Vollzeit mit ihren Erziehungsaufgaben zu vereinbaren. Das würde ihnen auch bessere Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten ermöglichen.

Für die Unternehmen bringt dieser Wandel eine Anpassung des Führungsstils, der Prozessabläufe und der Regeln für ein gemeinsames Arbeiten mit sich, wenn dieses nur noch ausschließlich virtuell stattfindet. Neben der Digitalisierung am Arbeitsplatz, sind nämlich auch Recruiting- und Bewerbungsprozesse betroffen, die in Zukunft online stattfinden sollen.

Den städtischen Wohnort gegen einen dörflichen zu tauschen, ist heute einfacher denn je, vorausgesetzt der Arbeitgeber ist für flexible Arbeitsformen offen.

 

Vor- und Nachteile des Home-Office für Beschäftigte und Unternehmen

Wer seinen Lebensunterhalt von Zuhause verdienen möchte, findet im Home-Office mehr Freiheit und Selbstbestimmung. Familie und Beruf zu vereinbaren ist leichter möglich. Jedoch hat jede Medaille zwei Seiten. Die Arbeit von Zuhause erfordert viel Selbstdisziplin, um den zahlreichen Ablenkungen durch Kinder und Partner nicht zu verfallen. Hier empfiehlt sich eine zuverlässige Kinderbetreuung und ein fester Arbeitsort, beispielsweise ein eigens eingerichtetes Büro. Darüber hinaus verschwimmen die Grenzen von Privatleben und Berufsalltag, was zusätzlichen Stress verursachen kann.

Anders als in der Stadt, in der es häufig an Rückzugsorten fehlt, bringt das Home-Office in Vorstädten oder auf dem Land gleichzeitig auch einen Ausgleich zum angespannten Arbeitstag mit sich. Die Natur und das entschleunigte Zusammensein mit der Familie haben einen entspannenden und positiven Einfluss auf Berufstätige. Sie arbeiten nachweislich konzentrierter, produktiver und vor allem zufriedener.

Ganz nebenbei fallen durch Home-Office-Jobs sowohl beim Mitarbeitenden als auch beim Unternehmen Kosten weg. Firmen können diese in den Ausbau der digitalen Infrastruktur und professionelle Tools zur Organisation und Kommunikation stecken. Während Beschäftigte für einen niedrigeren Miet- oder Kaufpreis mehr Wohnfläche erhalten und Fahrtkosten sparen. Auch für die Umwelt hat Remote Work positive Auswirkungen und senkt die CO2-Bilanz.  

 

Warum es gerade für Mütter wichtig ist, dass Unternehmen Arbeitsplätze digital zugänglich machen

Gemäß einer Studie, ist das mobile Arbeiten in Deutschland theoretisch für 40% aller Arbeitsplätze möglich. Ein gesetzlich verankertes Recht von Zuhause zu arbeiten haben Beschäftigte bisher aber nicht. Aufgrund vieler Unsicherheiten wird die freiwillige Option auf Home-Office aktuell auch nur von 11% aller Beschäftigten regelmäßig genutzt.

Grund hierfür stellen häufig offene Fragen dar: Habe ich ein Recht auf Home-Office? Welchen Einfluss hat das auf meine Arbeitszeiten? Schadet das Home-Office meiner Karriere?

Grundsätzlich hat das Home-Office keinen negativen Einfluss auf die Arbeitszeit oder -moral. Jedoch zählt es zu den Aufgaben des Arbeitnehmenden, die Stunden für den Arbeitgebenden ersichtlich zu dokumentieren und Zielvorgaben zu erfüllen. Ferner ist es sinnvoll, eine schriftliche Vereinbarung zu den Regeln im Home-Office, als Zusatz zum Arbeitsvertrag, festzuhalten. Voraussetzungen sind häufig ein abgeschlossenes Arbeitszimmer mit einem PC, sowie die technische Ausstattung (wie Drucker, Scanner, etc.), um den alltäglichen Aufgaben nachgehen zu können.

Mütter, die mit ihrer Familie den Wohnort aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten, familienunfreundlicher Infrastrukturen (keine freien KITA-Plätze) oder dem Wunsch nach mehr Entschleunigung im hektischen Familienalltag aufs Land verlegt haben, gehen dem Arbeitsmarkt durch die digitale Öffnung von Arbeitsplätzen nicht länger verloren, sondern können weiterhin ihren Qualifikationen entsprechend einen wertvollen Beitrag in globalen Unternehmen leisten. Nicht zuletzt könnten sich berufstätige Mütter so einen besseren Verdienst sowie mehr Rentenanteile sichern. Auch Unternehmen profitieren von digital zugänglichem Personal und sind nun in der Lage Stellen schneller kompetent zu besetzen. Die Weichen für mehr vollwertige mobile Arbeitsplätze sind jedenfalls gestellt. Bald will Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) auch einen entsprechenden Gesetzesentwurf für ein Recht auf Home-Office vorlegen.



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