Die Grundrente und die Frage: Wie wertvoll ist die Arbeit von Frauen für unsere Gesellschaft?

Die Grundrente ist beschlossen! „Wer 33 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat, hat künftig Anspruch auf die Grundrente, wenn ansonsten die Rente zu niedrig wäre.“ Damit setzt die Politik vor allem ein Zeichen für mehr Anerkennung für die Leistung von Müttern. Denn manche Menschen, 70 Prozent davon sind Frauen, können von ihrer Rente im Alter nicht leben – obwohl sie viele Jahre lang gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben.

Grundrente gegen die Altersarmut von Frauen

Das Problem: Kommen Kinder in die Beziehung, entscheiden sich immer noch die meisten Paare für das Ernährermodell, in dem der Vater weiterhin Vollzeit arbeitet, während die Mutter beruflich zurücktritt, um sich auch um Haushalt und Kindererziehung zu kümmern. Trotz Rund-um-die-Uhr-Beschäftigung, rutschen viele Frauen so später in die Altersarmut ab. „Wenn sie über eine lange Zeit nur einen sehr niedrigen Lohn bekommen haben, reicht das Geld nicht für eine auskömmliche Rente. Sie können dann zusätzlich die sogenannte Grundsicherung im Alter beantragen. Im Ergebnis haben sie aber nicht mehr Geld als wenn sie ihr Leben lang gar nicht gearbeitet hätten – und müssen möglicherweise ihre Ersparnisse erst mal verbrauchen, bevor sie Unterstützung bekommen. Das ist ungerecht und würdelos. Denn Leistung sollte sich schließlich auch lohnen!“, so die SPD-Vorsitzende Saskia Esken.

Wenn schon keinen Applaus für Mütter, dann doch wenigstens eine sichere Rente

Hinzu kommt, dass viele Renter*innen aus Scham im Alter gar keine Sozialhilfeleistungen in Anspruch nehmen. Der Gang zum Amt ist für sie ein Eingeständnis, dass ihre Leistungen keinen gesellschaftlichen Wert hatten.

Dass gerade Mütter für ein Leben voller harter Arbeit kaum Anerkennung und schon gar keinen Applaus bekommen, ist bekannt. Aber … „es ist eine Frage des Respekts, dass Männer und Frauen mit geringen Einkommen im Alter einen Anspruch auf die Grundrente haben und nicht zum Amt gehen müssen, weil die Rente nicht reicht. Mit der Grundrente wird die Lebensleistung vieler Menschen im Rentenalter endlich anerkannt: mehr als eine Million Rentnerinnen und Rentner werden von der Grundrente profitieren.“, heißt es bei der SPD.

Care-Arbeit, Teilzeitarbeit, schlecht bezahlte Jobs: Sozialstaat erkennt Arbeit von Frauen an

So soll „das Vertrauen in das Grundversprechen des Sozialstaats und in die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung“ gestärkt werden. Rentner*innen sollen die Grundrente automatisch erhalten, wenn ihre Rente unter einem bestimmten Wert liegt, und müssen dafür keinen Antrag stellen. Jedoch muss über eine zusätzliche Einkommensprüfung sichergestellt werden, dass eine Berechtigung vorliegt.

Trotz einiger Kritikpunkte an der Grundrente, ist sie doch ein Zeichen, dass auch schlecht bezahlte und unbezahlte Arbeit für unsere Gesellschaft eine Leistung darstellt. Der Fehler liegt im System – nicht bei den Frauen selbst. Denn wir brauchen Menschen, die sich trotz geringer Vergütung für „systemrelevante“ Berufe entscheiden. Menschen, die beruflich kürzertreten, weil Betreuungsplätze oft nicht mit einem Vollzeitjob kompatibel sind. Und natürlich Mütter – und auch Väter – die sich innerhalb der Familie engagieren. Vor allem Frauen dürfen im Alter nicht weiter aufgrund sozial ungerechter Strukturen benachteiligt werden. Dafür steht die Grundrente!

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